Nahverkehr in Berlin
In Berlin braucht man kein Auto. Kaum eine andere Metropole verfügt über ein derart großes integriertes öffentliches Verkehrssystem mit Tickets und Tarifen aus einem Guss.
Insgesamt stehen den Berlinern und dem Berlinbesucher hier mehr als 200 Buslinien mit einer Gesamtlänge von 1700 Kilometern, mehr als 20 Straßenbahnlinien, 11 U-Bahn und 15 S-Bahnlinien zur Verfügung. Jeder Winkel der Stadt lässt sich so bequem entdecken, viele Sehenswürdigkeiten stressfrei erreichen. Schon die Berliner Innenstadt ist recht weitläufig, zu Fuß sind viele Wege gar nicht zu schaffen. Wer sich in der Innenstadt einen ersten Eindruck von vielen Sehenswürdigkeiten machen will, dem stehen zum Beispiel die Metrobuslinien M100 und M200 zur Verfügung. Auf der Strecke zwischen der City-West und dem Alexanderplatz kommen die beiden Linien an vielen klassischen Sehenswürdigkeiten wie der Siegessäule, dem Reichstag und dem Brandenburger Tor vorbei. Auch die in West-Ost-Richtung auf der Stadtbahn verkehrenden S-Bahnlinien bieten einen guten Überblick und verbinden wichtige Punkte des Zentrums. Der Bahhof Zoologischer Garten, Hauptbahnhof, Friedrichstraße und Alexanderplatz sind nur einige Stationen auf dieser Achse. Umschlossen wird die komplette Innenstadt von der Ringbahn, auf der zwei S-Bahnlinien im Uhrzeiger- und Gegenuhrzeigersinn verkehren, und am Westkreuz und Ostkreuz auf die Stadtbahnlinien treffen.
Innerhalb der Innenstadt übernehmen die unterirdisch und vor allem in Nord-Süd-Richtung verkehrenden U-Bahnlinien U6 und U9 zusammen mit der Nord-Süd-S-Bahn einen weiteren Großteil des Verkehrs. Lassen Sie sich nicht irritieren: einige der ganz alten U-Bahnlinien verkehren in Berlin zum Teil auch oberirdisch auf eindrucksvollen Hochbahnviadukten.
Dazu gesellen sich 9 Metro-Tram und 13 weitere Tramlinien, die derzeit vor allem noch im Ostteil der ehemals geteilten Stadt verkehren. Der Zusatz „Metro“ bei Tram- und Buslinien signalisiert einen hohen Takt und insbesondere den 24 Stunden-Dauerbetrieb. Die Feinerschließung übernimmt das engmaschige Busnetz. In den Nächten unter der Woche ersetzen die Nachtbusse mit dem Buchstaben N die gleichnummerierten U-Bahnlinien. In den Wochenendnächten fahren U- und S-Bahnen zum Großteil die ganze Nacht über und sorgen in der Partyhauptstadt Berlin für einen sicheren Heimweg.
Wer in Berlin mit dem Zug ankommt, wird das vermutlich an einem der neuen Fernbahnhöfe tun. In Zeiten der Teilung waren hier der Bahnhof Zoo (eigentlich Zoologischer Garten) und der jetzige Ostbahnhof die entsprechenden Ziele. In den 2000er Jahren ist der neue Berliner Hauptbahnhof direkt an der Spree in der Nähe von Reichstag und Bundeskanzleramt entstanden. Als größter Kreuzungsbahnhof Europas vereint er Bahnstrecken sowohl in Nord-Süd- als auch in Ost-West-Richtung. Damit einher gingen umfangreiche Umbauten am Berliner Schienennetz. Fernverkehrshalte sind nun auch die Bahnhöfe Südkreuz, Spandau und Gesundbrunnen. Der Bahnhof Zoo musste dagegen, trotz Proteste, seine Funktion als überregionaler Bahnhof weitgehend abgeben.